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HANNES VOSGERAU

PHOTOGRAPHY

UNTERWEGS I

Die Mein Schiff 1 auf der Elbe unterwegs mit Kurs auf Norwegen. Aufgenommen von meinen Eltern an meinem ersten Arbeitstag.

Ich war von August bis Dezember 2014 als Bordfotograf auf der Mein Schiff 1 von TUI Cruises unterwegs. Wir, ein Team von vier Fotografen, zwei Videoleuten und der Teamleiterin, hatten die Aufgabe, die Passagiere auf Ausflügen und zu besonderen Anlässen an Bord abzulichten, die Bilder zu bearbeiten und im Shop zu verkaufen. Das Schiff beherbergt maximal 2200 Passagiere und etwa 800 Crewmitglieder aus 40 verschiedenen Nationen. Meine Reise ging von Hamburg zuerst nach Norwegen bis zum Nordkap, einmal um Großbritannien, zwei Runden durch das westliche Mittelmeer sowie über den Atlantik in die Karibik. Von diesen Reisezielen habe ich hier in vier verschiedenen Blogposts berichtet, die ich nun unter dieser Unterwegs-Rubrik zusammenfasse. Die Eins steht deshalb dort, da ich ab April nocheinmal für zehn Wochen auf der Mein Schiff 2 im östlichen und westlichen Mittelmeer unterwegs sein werde.

Es hat mir sehr viel Spaß gemacht und ich beantworte gerne Fragen zum Leben und der Arbeit an Bord. Viel Spaß mit Text und Bild!


I. Norwegen und Großbritannien

Die ersten Anrufe ob etwas passiert sei, gingen nach etwa drei Wochen bei meinen Eltern ein. "Da steht ja gar nichts Neues im Blog.", "Gefällts ihm nicht?", "Wie schlimm ist es?". Richtig, hier gabs nichts zu lesen, keine Bilder, dies hat aber nicht den Grund, dass es mir nicht gefällt, ganz im Gegenteil! Es gefällt mir super! Ich habe schlichtweg, auch nach sieben Wochen, noch keine Zeit gefunden solch einen langen Blogeintrag zu schreiben und hatte einfach kein so schnelles Internet das Geschriebene mit den Bildern hoch zu laden.
Allerdings ist 'Free Wifi' in den Städten ganz leicht zu enttarnen - einfach zu den 20 Filipinos mit ihren Handys, Laptops und Tablets setzen. Jedesmal fragt man sich, wie die mit ihren Familien skypen können, wo wir uns schon freuen wenn Whatsapp gerade so funktioniert.

Gratis Wlan in Greenock, Schottland
Mit Pydde am Nordkap

Für die lange Zeit - der erste Monat verging wie im Flug - gibt es jetzt umso mehr Text und hauptsächlich Bilder. Ich fang mal direkt an. Die ersten drei Reisen ging es von Hamburg immer in den Norden, hauptsächlich nach Norwegen. Höhepunkt war definitiv das Nordkap - oben zu sehen, mit Pydde, einem meiner Kollegen -, aber auch der Briksdal Gletscher bei Olden und der Geiranger Fjord waren beeindruckend.

Der Briksdal Gletscher bei Olden mit karibisch türkisem Wasser

Unser Team besteht aus vier Fotografen, zwei Videoleuten, einem Shopmädel und der Managerin. Bisher hat bei uns auch fast alles super geklappt. Da die Verträge im Schnitt etwa vier Monate lang sind und alle zu unterschiedlichen Terminen gekommen sind, geht hin und wieder jemand und es kommt sein Replacement. So bin auch ich für eine Fotografin gekommen und vorige Woche haben wir einen Kollegen verabschiedet und am selben Tag eine neue Kollegin bekommen.

Neben diesen Höhepunkten ging es jede Woche einmal nach Bergen, einer wunderschönen, gemütlichen, norwegischen Stadt. Mit etwa 270.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Norwegens. In meiner ersten Woche, mussten wir wegen zu heftigem Sturms die Nacht über dort bleiben, 11m hohe Wellen waren angekündigt, die unser Kapitän Dimitris Papatsatsis uns glücklicherweise erspart hat. Alles andere wäre aber auch verantwortungslos gewesen.
Als wäre das noch nicht genug für die erste Woche, wurden wir noch von einem anderen Schiff gerammt. Gerade in der Zweibett Kabine aufgewacht, gab es Alarm woraufhin es dann etwa zehn Sekunden später ordentlich gerumst hat - und das ganze im Hafenbecken von Bergen. Auf der Brücke mussten die Offiziere und der Kapitän wohl zugeguckt haben, wie das andere Boot zielstrebig mit 6 Knoten Geschwindigkeit im Rückwärtsgang auf uns zugehalten hat.
Bis auf ein paar große Dellen hat unser Schiff alles überstanden und konnte, nachdem ein Gutachter die Mein Schiff 1 am Abend für Seetauglich erklärt hat auch mit leichter Verspätung auslaufen. Das andere Boot, die Princess, ein kleines Arbeitsschiff, welches ohnehin seine besten Tage hinter sich hatte, hat etwas mehr Schaden davon getragen, Verletzte gab es glücklicherweise dennoch keine. Vier Tage später war kaum noch etwas von den Dellen zu sehen. Es gibt sogar ein Video von dem Crash welches hier zu sehen ist.

Nach den drei Norwegen Reisen ging es dann letzte Woche nach England, Irland und Schottland. Von Invergordon aus, ging es nach Loch Ness, ...

Der weltberühmte See Loch Ness mit dem Urquhart Castle im Vordergrund

... von Greenock auf eine Landschaftsfahrt durch die schottische Natur. Es folgten noch das Nordirische Belfast sowie das Südirische Dublin...

Die Temple Bar im bekannten, gleichnamigen Viertel im Herzen Dublins

... und ein London Crashkurs von Southampton aus mit London-Eye-Riesenradfahrt, Bootsfahrt über die Themse, Mittagessen im Park Plaza Hotel in der Innenstadt und einem superlustigen Tourguide der alles über die Stadt wusste. Das Wetter hätte noch etwas schöner sein können, aber da es den ganzen Tag trocken geblieben ist, kann man sich wirklich nicht beschweren. Durch ein paar supercoole Passagiere wurde der Tag noch zusätzlich unvergesslich - beste Grüße an dieser Stelle! - und ich bin in den Genuss von Fish & Chips gekommen. Dafür, dass ich eigentlich gar keinen Fisch mag, war es echt gut! Danke Slim!

Soviel zu den Reisen und Destinationen bisher. Da jedoch oft die schönsten Orte direkt vor der Haustür liegen, zeige ich euch hier noch ein paar Bilder von der Elbausfahrt von Hamburg aus.

Fazit bisher: Es war die absolut beste Entscheidung nach dem Abi aufs Schiff zu gehen! Auch nach fünf Wochen - die wie im Flug vergingen - bin ich noch glücklich da zu sein und bereue nichts. Das Team ist super, das Schiff nicht zu groß, die Arbeit macht Spaß und man sieht einfach was von der Welt. Es geht jetzt noch von Hamburg bis ins Mittelmeer und dann im Oktober in die Karibik. Ich melde mich wieder, Hannes


II. Von Hamburg nach Palma

Ende September. Langsam wird es Herbst in Deutschland. Die Temperaturen sinken bald. Das Verlangen nach Sonne und Wärme wird größer. Wir lassen die nordischen Gefilde hinter uns und machen uns auf den Weg Richtung Mittelmeer.

Der erste Stop auf dieser zweiwöchigen Kreuzfahrt ist Le Havre, Frankreich. Ein Tagestrip nach Paris wird angeboten. Ich war jedoch noch nie dort und würde die Stadt gern mit etwas mehr Ruhe und Zeit erleben, also geht es auf nach Étretat. Auf dem Weg noch die Bénédictine Destillerie besichtigt, dann mit richtigem Wow-Effekt an der Küste angekommen. Étretat ist ein kleines, malerisches Fischerdörfchen mit kleinen Restaurants und einer wunderschönen Promenade. Die beeindruckende Steilküste ist das Highlight in diesem Ort.

Weiter geht es nach Southampton von wo es neun Tage zuvor für einen Tag nach London ging. Dieses Mal steht das berühmte, sagenumwobene Stonehenge auf dem Plan. Etwa eine Million Besucher zählt dieses Unesco-Weltkulturerbe jedes Jahr. Man fragt sich schon, wie zum Teufel die Steine hier her gekommen sind. Was haben sich unsere Vorfahren dabei gedacht? Dennoch - es ist nett mal dort gewesen zu sein, bedarf allerdings keiner Wiederholung.

Wird gut gepflegt - Stonehenge

Ein paar Seemeilen weiter südlich kommen wir endlich in etwas wärmere Gefilde. Fast schon zu warm ist es heute am Ende des Jakobsweges in Santiago de Compostela im Norden Spaniens.

Ein riesiger Platz vor der Kathedrale und schmale Gassen drumherum machen diese Stadt aus.

Tags darauf legt die Mein Schiff 1 zum ersten Mal in Leixoes an. Etwa 15 Minuten dauert die Busfahrt ins benachbarte Porto. Die drittgrößte Stadt Portugals liegt direkt am Douro und hat eine wunderschöne Altstadt zu bieten.

Die Altstadt grenzt direkt an die Mündung des Douro. Restaurants und Souvenirläden reihen sich hier aneinander.
Großes Lob an diesen Straßenmusiker!
Konnte nicht an ihm vorbeigehen ohne ein Foto zu machen

Wir bleiben in Portugal. Heute geht es allerdings in die größte Stadt und Hauptstadt des Landes - Lissabon. Von der Stadt selbst habe ich nicht besonders viel gesehen. Vom Schiff aus ging es am Tejo entlang bis zum Seefahrerdenkmal von Leopoldo de Almeida - 52m hoch, 1966 erbaut. Vor dem Denkmal befindet sich eine marmorne Weltkarte mit Portugal im Mittelpunkt.

An der Spitze hat der Künstler 32 wichtige Entdecker, Kartographen, Gelehrte, Dichter und Mönche in den Stein gehauen. Allen voran Heinrich der Seefahrer.

Die 'Ponte 25 de Abril' - 'Brücke des 25. April'

Die 'Brücke des 25. April' ist eine knapp 3km lange Hängebrücke mit kombiniertem Straßen- und Eisenbahnverkehr und erinnert stark an die Golden Gate Bridge in San Francisco. Diese weniger berühmte Brücke könnten dennoch einige aus James Bonds 'Im Angesicht des Todes' kennen.

Am nächsten Tag geht es nach Großbritannien, nur mit besserem Wetter. Fängt auch mit 'G' an, nennt sich aber Gibraltar. Die Zugehörigkeit zum Vereinigten Königreich zeigt sich auf den ersten Blick nur durch die Sprache, die typisch englischen Bobbys und die berühmten, roten Telefonzellen. Linksverkehr herrscht hier aufgrund der Nähe zu Spanien seit 1929 nicht mehr.

Hat man die Grenze passiert, fährt man erst einmal auf einer vierspurigen Straße direkt über die Start- und Landebahn des Flughafens Gibraltar. Diese Eigenschaft des Flughafens ist weltweit einzigartig, aus Platzgründen aber auch nicht anders realisierbar. Für uns ging es nun zuerst auf den Affenfelsen, welcher eine große Tropfsteinhöhle und einige Berberaffen beherbergt. Man sagt, solange die Affen in Gibraltar leben, bleibe es britisch. Vermutlich ist das der Grund warum, sie hier so gut gefüttert werden.. :D

Affe freut sich! - hier musste eine Engländerin ungewollt auf ihr Eis verzichten

Später ist dann auch noch genug Zeit für eine kurze Besichtigung der 'City'. Diese besteht im Prinzip aus zwei parallel verlaufenden Straßen, eine mit Geschäften, eine mit Cafés und Restaurants. Es wird viel mit Zollfreien Waren geworben, genutzt habe ich dieses Angebot allerdings nicht.

Noch nett mit zwei Tourguides und unserem Videomann in einem kleinen Café gesessen, dann müssen wir uns auch schon wieder auf den Rückweg Richtung Cádiz machen. Mit den nächsten Zielen, Málaga, Barcelona und unserem Zielhafen Palma de Mallorca, sind wir dann endgültig im Mittelmeer angekommen. Von diesen möchte ich euch zu einem späteren Zeitpunkt berichten. Also schaut wieder rein, ich freu mich!

Zu Fuß nach Spanien - möglich ist es in Gibraltar.

III. Mittelmeer: Von Palma bis Palma

Skandinavien, Großbritannien sowie die europäische Westküste haben wir nun hinter uns gelassen und starten unsere Mittelmeerkreuzfahrt von Palma bis Palma. Zweimal zehn Tage, zweimal dieselbe Route. Flottentreffen mit der neuen Mein Schiff 3 in Valletta, Ausflug auf den Ätna, das beste Eis in Salerno, ein Tag in Rom, meine neue Liebe im Mittelmeer - Korsika, ein Besuch bei den Reichen in Monaco und eine Nacht in Barcelona erwarten uns.

3. Oktober 2014. Am frühen Abend sind alle neuen Passagiere an Bord. Nicht mehr lange, dann verlassen wir den Hafen von Palma de Mallorca und machen uns auf den Weg nach Valletta, Malta, dem Heimathafen der gesamten Mein Schiff-Flotte. Nur ein Seetag, dann sind wir da.

Beim Einlaufen in den Hafen empfangen uns knallende Sonne und eine drückende Hitze auf dem Pooldeck. Es ist 10 Uhr morgens und es herrschen schon gefühlte Temperaturen von mindestens 30°C. Nach dem Motto 'wenn, dann richtig' bricht etwa eine halbe Stunde später das Gewitter über uns herein. Alle geplanten Ausflüge am Vormittag fallen sprichwörtlich ins Wasser, weil die Busse schlichtweg nicht bis zum Hafen vordringen können. Die Straßen sind überflutet, die Kanalisation gnadenlos überfordert.

Gegen Mittag ist es dann soweit, das Gewitter legt sich. Die Ausflüge können starten. Ich fahre mit nach Mdina, in das Herz Maltas. Eine alte Festungs- und frühere Hauptstadt, etwas höher gelegen auf einem Felsplateau.

Kleine Pfützen am Wegesrand.

Zurück in Valletta gibt es anlässlich des Flottentreffens gratis Essen und Getränke im Hard Rock Café. Natürlich nur für die Crew der beiden Schiffe. Sogar Live Musiker spielen für uns. Viele derjenigen, die schon länger dabei sind, treffen hier alte Freunde, umarmen sich und tauschen noch schnell die letzten Monate im Schnellverfahren aus, bevor es dann wieder an die Arbeit geht.

Die MS3 am Tage. Eine Meinung zum Aussehen des Kutters muss sich jeder selbst bilden.

Spektakuläres Manöver durch unseren Kapitän Dimitris Papatsatsis. Beide TUI-Kreuzer liegen für knapp 10 Minuten parallel zueinander, bis wir uns dann mit Vollgas, begleitet von Scheinwerfern und Musik, auf den Weg Richtung Italien machen.

Valletta bei schönem Wetter

Erster Italienstop ist Catania. Bei angenehmen T-Shirt-kurze-Hose-Temperaturen kommt man sich schon etwas komisch vor, eine Windjacke im Gepäck zu haben. Doch der Crateri Silvestri, der Krater des Ätnas zu dem wir unterwegs sind, liegt auf knapp 2000m Höhe. Einen kühlen Wind kann man fest einplanen, oft kommt auch innerhalb weniger Minuten dichter Nebel hinzu.

Zweiter Stop in Italien: Salerno. Heimatstadt des besten Eises, das ich in meinen vier Monaten bekommen habe und Ausgangspunkt für Ausflüge entlang der Amalfiküste.

Ich beginne mal mit dem Eis. Frutti di Bosco e Stracciatella. Waldfrucht und Stracciatella. Aber nicht einfach so in einer Waffel. Hier gibt es Eis im Brötchen! Total geil! Ein Brioche Brötchen, aufgeschnitten wie ein HotDog, nur statt Wurst kommt hier das Eis rein. Gibts (nur) bei Nettuno. Das Highlight dieser Stadt. Die Promenade war noch ganz schön, ein Weiteres haben wir leider nicht gefunden.

Zwei Wochen später steht die Amalfiküste auf dem Plan. Bootsfahrt an der Küste entlang und Aufenthalt in der kleinen Stadt Amalfi.

Weiter gehts! Die letzte Station in Italien ist Civitavecchia, von wo aus es nach Rom geht. Zwei Stunden bis in die Stadt, in sechs Stunden alle Sehenswürdigkeiten abarbeiten und zwei Stunden wieder zurück. Definitiv der stressigste Tag der Reise. Hätten wir mehr Zeit für alles gehabt und müssten nicht immer einem Tourguide hinterherlaufen, würde ich diese Stadt bestimmt besser in Erinnerung haben. Das wirkliche Highlight dieses Tages war der Petersdom. Respekt. Der Tempel ist wirklich geil! Dafür hat sich das lange Anstehen in der prallen Sonne gelohnt. Zwar auch überall Menschen und Steine wie in der ganzen Stadt, aber echt beeindruckend!

Letzte Tanke vorm Vatikan
Triumphbogen und rechts das Kolosseum
Blick von der spanischen Treppe

Der nächste Tag ist dann der komplette Gegensatz. Nach dem stressigsten, folgt der entspannteste Tag der Reise. Ajaccio, Korsika - meine neue Liebe. Geiles Wetter und alle super entspannt. So lässt es sich nach einem Tag in Rom leben. Hier ist zwar alles etwas teurer, da in französischer Hand, aber nach kurzer Suche finden wir ein kleines bezahlbares Café mit leckeren Sandwiches und dem korsischen Pietra Bier. Nachmittags gings dann noch an den kleinen Strand mit herrlichem Wasser. - Nein, wir haben nicht nur Urlaub gemacht. Wir haben auch schon gearbeitet, welche sich auf dieser Insel allerdings auch nach Urlaub anfühlt.

Pydde mit seinen gefunden 'Edelsteinen'

Weiter gehts zu den Reichen und Schönen nach Monaco! Die Stadt ist geprägt von den unzähligen Yachten im Hafen, den teuren Autos und viel zu vielen hässlichen Hochhäusern mit sündhaft teuren Wohnungen. Einmal zum Casino von Monte Carlo, einmal über die Formel 1 Strecke laufen und zu guter Letzt auf den Hügel zum Fürstenpalast gehen und den Ausblick genießen. Dann hat man auch alles gesehen.

#selfiiie - Kids Club, Foto & Video auf der Suche nach der Armut.
Das Casino von Monte Carlo

Letzter Stop: Barcelona. Ich liebe diese Stadt und war vorher schon ein paar mal hier, habe daher nicht besonders viele Fotos gemacht, sondern die Stadt einfach so genossen. Ein paar Impressionen gibt es dennoch zu sehen.

Las Ramblas am Tage

IV. Transatlantik: Von Palma über die Kapverden in die Karibik

Viertausendeinhundertneunundsiebzig Seemeilen sind es von Palma über Málaga, Lanzarote, die Kapverden, einmal über den Atlantik bis nach Dominica. Die Mein Schiff 1 hat mit der Karibik ihr Ziel für die Wintersaison 2014/15 erreicht. Zwei interessante Routen werden geboten. Von ein paar der Highlights werde ich hier berichten.

Die berühmte Kathedrale in Palma

Los geht die Reise in Palma de Mallorca. Alle Passagiere, die mit uns die Reise über den Atlantik antreten, steigen heute auf. Auch bei der Crew kommen und gehen heut einige.

Einen Tag später liegt die Mein Schiff 1 in Málaga vor Anker. Hier mache ich zum ersten Mal eine Biketour mit. In zwei Gruppen fahren wir durch die Stadt, Berg hoch, Berg runter und ein Stück an der Küste entlang. Ich, als bekannter Fisch-verschmäher, habe am Ende sogar noch die bekannten Málaga Sardinen probiert.

Es folgt ein Seetag bis wir auf der kanarischen Vulkaninsel Lanzarote anlegen. Empfangen werden wir von einer drückenden Hitze von mindestens 30°C. Angemeldet bin ich heute zu dem eindeutig coolsten Ausflug, einer Buggytour durch die staubige und felsige Landschaft.

Ein steckengebliebener Buggy wird aus dem Sand befreit

Zwei weitere Seetage später sind wir auf den Kapverdischen Inseln, unserem letzten Stop diesseits des Atlantiks. Die Kapverden sind eine sehr interessante Inselgruppe an der Westküste Afrikas. Nur selten sinken die Temperaturen auf unter 20°C. Hier drei Bilder aus dem Landesinneren von São Vicente, nahe der zweitgrößten Stadt Mindelo.

Von Tag zu Tag wird das Meer etwas blauer. Mitten auf dem Ozean durchbricht ein fliegender Fisch die ruhige Wasseroberfläche, nur um ein paar Meter weiter wieder in der Tiefe zu verschwinden. Vier Tage sind wir auf dem Atlantik unterwegs. Vier Tage weit und breit nur Wasser. Der Meeresgrund 5000 Meter unter uns. Die grüne Karibikinsel Dominica ist unser erster Stop. Für viele das erste Mal auf der anderen Seite des Atlantiks, für alle das erste Mal wieder fester Boden unter den Füßen.

Dominica ist aufgrund der vielen Wale und Delphine ein beliebtes Ziel für Taucher

Weiter gehts nach Martinique! Ein Hauch von Frankreich und EU-Festland durch europäisches Mobilfunknetz! Auch sonst ist es, bis auf den dschungelartigen Wald und die Temperaturen, sehr europäisch hier. Für mich ging es auf Jeeptour durch die Natur Martiniques. Auch die Haupteinnahmequelle der Insel wurden hier thematisiert: Bananen und Rum!

Die nächste französische Insel folgt sogleich - Guadeloupe ist unser nächster Stop. Hier gibt es den Traumausflug schlechthin! Mit dem Boot fahren wir auf eine winzig kleine karibische Insel namens Caret Islet. Palmen, türkisblaues Wasser, Sandstrand und Sonne. Vom Boot aus muss man bis zum Strand durchs Wasser waten - Kamera übern Kopf und los.

Auf St. Kitts gehts mit dem Scenic Railway, einer Eisenbahn mit offenem Dach, durch die Zuckerrohrfelder und am Meer entlang. Kühle Getränke und ein zugeigener Chor sind inklusive.

In der Dominikanischen Republik gibt es den nächsten traumhaften Ausflug ins Paradies. Mit dem Schnellboot hin und dem Katamaran zurück fahren wir nach Saona. Hier erwarten uns wieder bestes Karibikwetter, weißer Sandstrand, türkises Meer, Palmen und Kokosnüsse.

Weiter geht es zu unserer Lieblingsinsel Curacao. Sie gehört zu den niederländischen ABC-Inseln Aruba, Bonaire und Curacao. Neben dem Dollar kann man hier auch mit dem Niederländischen Antillengulden bezahlen. Die Insel ist insgesamt sehr touristisch, hat auch tolle Strände, die allerdings stark kommerziell genutzt werden. Ein Highlight im Ort ist die Fußgängerbrücke, die mit einem normalen Bootsmotor für ein- und ausfahrende Schiffe komplett geöffnet werden kann.

Die Brücke öffnet sich für diesen einfahrenden Schlepper
Sonnenuntergang am Cabana Beach
Nach einem fantastischen Tag am Strand geht es mit dem Taxi zurück zum Schiff

Deutlich trockener ist das Klima auf Bonaire. Ohne Hügel und mit mehr Kakteen als Palmen leben die Einwohner hier.

Ähnlich trocken mit mehr Wüstenlandschaft als karibischem Traum bleibt es auf der venezolanischen Insel Isla Margarita. Hier habe ich meine zweite Jeeptour mitgemacht. Zuerst sind wir mit einem kleinen Motorboot durch die Mangroven gefahren. Hier gibt es knapp unter der Wasseroberfläche Seesterne, Seepferdchen und Ähnliches. Danach mit ein paar Zwischenstopps durch die Landschaft, bis wir an unserem letzten Stop, einem einsamen Strand mitten im Nichts, auf eine 94-jährige Omi getroffen sind die selbstgemachte Rasseln verkauft hat. Ein Paar hab auch ich der winzigen Venezolanerin abgekauft - als Weihnachtsgeschenk für meine Mutter.


V. Eine Woche Auszeit auf Barbados

Mitte Dezember bin ich vom Schiff abgestiegen, konnte es aber nicht übers Herz bringen direkt vom Hafen zum Flughafen zu fahren, ohne wirklich was von Barbados gesehen zu haben. Ich bin also noch eine Woche auf der britischen Karibikinsel geblieben. Martyna, unsere Bordmalerin, die Malkurse für kleine und große Passagiere an Bord gibt, ist auch mitgekommen - mit einem Rückflugticket in drei Monaten.
Wir wohnten nun in einem gemütlichen Guesthouse in St. Lawrence Gap, etwa 20min mit dem Bus von Bridgetown, der Hauptstadt der Insel, entfernt. Bei 25 bis knapp über 30 Grad Außentemperatur waren die Zimmer glücklicherweise klimatisiert. Einen Gemeinschaftsbalkon für alle Bewohner gab es auch, hier hat man sich immer wieder getroffen und abends noch ein Bierchen zusammen getrunken. Der weiße Sandstrand und das warme, türkisblaue Meer waren auch nur 3 Minuten zu Fuß entfernt.
Im Laufe der Woche haben wir noch Igor kennengelernt. Einen Kroaten, der hier auf Barbados eine einjährige Reise beginnen wollte.
Zu Beginn zeig ich euch hier unser Guesthouse in St. Lawrence Gap.

An unserem ersten Abend haben wir unseren Nachbarort Oistins besucht. Oistins ist ein kleines Fischerdörfchen, in dem an Wochenendabenden aber angeblich das Nachtleben tobt. Tatsächlich gibt es hier ein paar kleine Restaurants und Bars, Souvenirstände und Karaoke auf dem Marktplatz. Fisch und Bier waren hier wirklich gut, das Nachtleben doch eher was für die Einheimischen. Sehr interessant war es aber allemal.

Am nächsten Tag mache ich mich allein auf den Weg nach Bridgetown um vom dortigen Busbahnhof an die raue Westküste der Insel, nach Bathsheba, zu fahren. An der Busstation begegne ich drei kalifornischen Jugendlichen mit dem selben Ziel wie ich. Wir kommen ins Gespräch, vergleichen Deutschland und die USA. Es kommt heraus, dass die Amerikaner fasziniert sind von Deutschland, mit all seinen Eigenschaften. Für die drei scheint unsere Heimat das Paradies auf Erden zu sein. 

Von einer Sekunde auf die andere ist der Ort überflutet mit Kreuzfahrttouristen. Diesmal kann ich einfach zugucken.

Gemeinsam beschließen wir am nächsten Tag ganz in den Norden zu fahren. Die felsige Küste erinnert ein wenig an Irland und wir sind hier fast die einzigen Menschen. Im letzten Drittel entdecken wir einen kleinen, von Felsen eingebuchteten Strand und ein, seit mehreren Jahren leerstehendes Hotel, dass langsam aber sicher verfällt. 

Igor genießt die Einsamkeit.
Gespräch mit einem Angler, der seit 40 Jahren täglich zum angeln herkommt.

Nach dem Sonnenuntergang ging es dann die ganze Strecke wieder zurück auf unseren Balkon. War ein sehr geiler Tag, der immer im Gedächtnis bleibt!
Jetzt zeig ich hier noch ein paar gesammelte Eindrücke aus Bridgetown, dann sind wir auch beim 19. Dezember angelangt, der Tag des Rückfluges. Vier Monate als Fotograf auf der Mein Schiff 1. Die Zeit verging wie im Flug! Vielen Dank an alle die dabei waren, es war ne geile Zeit!

Weihnachtsdeko.